Dem Unsichtbaren auf der Fährte: Datenträgerspürhund Ace beweist ihr Können in einer Datacenter-Umgebung
/ Autor: Matthias Gromann / Lesedauer: etwa 4 Minuten
Ein ungewöhnlicher Tag bei FNT Software
Der heutige Blogbeitrag behandelt ein Ereignis, das selbst für unsere Kolleginnen und Kollegen bei FNT – die im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn schon so ziemlich jede technische Kuriosität gesehen haben – völlig neu war. Ein Tag, an dem IT-, Datacenter- und Netzwerkinfrastrukturmanagement unerwartet tierische Unterstützung bekam und uns noch einmal vor Augen führte, wie vielseitig unser Arbeitsumfeld tatsächlich sein kann.
Alles begann beim NETFORUM 2025, das am 10. und 11. September 2025 im Festspielhaus Bregenz stattfand und von Datentechnik Moll ausgerichtet wurde. Unter den vielen Highlights im Veranstaltungsprogramm befand sich eine Live-Demonstration von Martin Wernet, dem Gründer von Schwarzwald Dogs, und seiner bemerkenswerten Partnerin Ace – einer dreijährigen X-Herder-Hündin (Belgisch–Holländischer Schäferhund).
Die unerwartete Verbindung zwischen Hundenasen und Cybersecurity
Ace ist also keineswegs ein gewöhnlicher Arbeitshund. Sie ist ein Datenträgerspürhund, speziell ausgebildet, um versteckte digitale Speicher- und Spionagegeräte wie USB-Sticks, MicroSD-Karten, Mobiltelefone oder Spy-Cams zu finden. Ihre Ausbildung ermöglicht es ihr, selbst extrem schwache Geruchsspuren der chemischen Komponenten elektronischer Bauteile zu erkennen. Eine Fähigkeit, die sich bereits in sensiblen Umgebungen wie Büros, Flughäfen, Hotels und sogar Yachten als wertvoll erwiesen hat - überall dort, wo Datendiebstahl oder Spionage realistische Risiken darstellen.
Im Gespräch während des NETFORUM erzählte uns Martin, dass Ace noch nie zuvor in einem Rechenzentrum im Einsatz gewesen war. Und das aus gutem Grund: Die Luft dort ist dicht gefüllt mit lokalen Hitzequellen, Metall- und Kunststoffgerüchen, umherwirbelnden Partikeln und einem leicht ozonartigen Geruch, der von Servern, Switches, PDUs und Speichersystemen ausgeht. Ein Umfeld, das vertrauten Spürhundenasen kaum Raum für klar unterscheidbare Duftspuren lässt.
Neugierig, ob Aces Fähigkeiten auch unter solchen extremen sensorischen Bedingungen funktionieren würden, fragte Martin, ob wir Ace in einem unserer Datacenter testen könnten.
Die Idee begeisterte uns sofort. Schließlich verbindet FNT Software führende Lösungen im Bereich IT-, Datacenter- und Network Infrastructure Management mit praktischer Leidenschaft für innovative Technologieanwendungen.

Das Experiment: Ace vs. Datacenter
Unter Martins fachkundiger Anleitung bereiteten wir einen realistischen Test vor. Zwölf kleine digitale Geräte – Spy-Cams, Wanzen, Burner Phones und USB-Sticks – wurden im Datacenter versteckt. Um jegliche Geruchskontamination zu vermeiden, platzierte unser Team jedes Gerät mit langen Pinzetten an sorgfältig ausgewählten Stellen:
- zwischen Servern und Storage-Einheiten
- in Rack-Türrahmen und engen Spalten
- unter Trennwänden und einer USV
- und sogar in einer geschlossenen Schublade in einer Ecke.

Versteckte Spionagekameras, Burner Phones, MicroSD-Karten und Abhörgeräte an verschiedenen Stellen der Datacenter-Infrastruktur – jeweils in unmittelbarer Nähe zu anderer digitaler Hardware platziert.
Alles wurde sauber protokolliert – nur für den Fall, dass Ace einmal scheitern sollte. Als alles vorbereitet war, betraten Martin und Ace den Raum. Ruhig und fokussiert begann sie ihre systematische Suche. Behutsam führte Martin sie durch die Gänge aus surrenden Racks und blinkenden LEDs. Trotz der herausfordernden Umgebung bewegte sich Ace mit leiser Präzision – Nase nah am Boden, Schwanz still, hochkonzentriert.

Links: Ace schnüffelt konzentriert entlang der Racks. Rechts: Beim Anzeigen eines Fundes setzt Ace sich hin, wedelt kurz mit dem Schwanz, erstarrt und blickt fokussiert auf die Fundstelle.
Dann kam das erste Signal: Ace setzte sich plötzlich, wedelte einmal mit dem Schwanz und erstarrte dann, den Blick auf einen bestimmten Rack-Slot gerichtet. Martin lächelte - das klare Zeichen eines Fundes.
So ging es weiter: Rack für Rack, Gerät für Gerät. Aces Trefferquote war beeindruckend: Elf von zwölf versteckten Objekten wurden gefunden.
Jeder Fund wurde mit einer wohlverdienten Belohnung und begeistert applaudierenden FNT-Mitarbeitenden gefeiert.
Was wir daraus gelernt haben
Für Martin war der Test ein bedeutender Meilenstein. Er weiß nun, dass Aces außergewöhnlicher Geruchssinn und ihre spezialisierte Ausbildung selbst in der technisch komplexen, geruchsintensiven Umgebung eines Rechenzentrums zuverlässig funktionieren – ein Umfeld, in dem nur sehr wenige Spürhunde jemals getestet wurden.
Für uns bei FNT war es eine faszinierende und erfreuliche Erfahrung. Martin bei diesem einzigartigen Experiment zu unterstützen, war ein kleiner Beitrag zu einem größeren Ziel: mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, wie physische und digitale Sicherheit in modernen IT-Umgebungen zusammenwirken.
Wir waren sowohl von Aces ruhiger Professionalität und Effektivität als auch von Martins Engagement für diese innovative Form der technischen Gegen-Spionage-Unterstützung tief beeindruckt. Ace hat unser Datacenter-Team so verzaubert, dass es scherzte, sie sofort adoptieren zu wollen.
Ein Service, den wir empfehlen können
Wir können Schwarzwald Dogs und die digitalen Detektionsdienste von Martin Wernet wärmstens empfehlen – für jedes Unternehmen, das seine Sicherheitsmaßnahmen gegen Datendiebstahl, Spionage oder unerlaubt platzierte Geräte erweitern möchte.
Denn Aces Besuch hat uns gezeigt: Selbst in einer Umgebung, die von Daten, Kabeln und Servern geprägt ist, hat manchmal das effektivste Sicherheitswerkzeug vier Beine, eine feine Nase und einen fröhlich wedelnden Schwanz.