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Palaver zum „Digitalen Zwilling“ mit FNT

09.06.2017

Virtual-Reality zieht im Datacenter ein. Auf der CeBIT 2017 waren erste Ansätze eines „digitalen Zwillings“ zu sehen – insbesondere die physikalische Abbildung der Räumlichkeiten und des Equipments im Rechenzentrum in virtueller Realität. Doch was bringt der Cyberspaziergang durch ein Datacenter?

Netzpalaver sprach mit Oliver Lindner, Head of Business Line DCIM, FNT, über den Einsatzzweck, die Vorteile, neue Business-Möglichkeiten und wo derzeit sowie künftig die Grenzen eines digitalen Zwillings im Datatcenter-Sektor liegen.

 

Interview mit Oliver Lindner, Head of Business Line DCIM, FNT

 
Netzpalaver #1: Haben Sie schon einen digitalen Zwilling?
Oliver Lindner: Als Nutzer verschiedenster sozialer Medien habe ich schon seit längerer Zeit eine digitale Kopie, die mich im Netz gegenüber anderen Benutzer dieser Kanäle repräsentiert. Beruflich beschäftige ich mich derzeit sehr viel mit Virtueller-Realität und bereite erste Produktangebote im Bereich AR/MR zum Einsatz im Rechenzentrums-Umfeld vor.

 
Netzpalaver #2: Welchen Einsatzzweck sehen Sie vorrangig für einen digitalen Zwilling im Umfeld eines Datacenters?
Oliver Lindner: Ich gehe davon aus, dass Themen wie Schulung von Mitarbeitern und Simulation von Notfällen kurzfristig die größten Einzugschancen im Bereich Betrieb haben. Von den heute meist vorhandenen „BIM-Modellen“ des RZ-Gebäudes aus der Planungsphase zur echten virtuellen Kopie ist es ja nur noch ein kleiner Schritt. Der Nutzen ist in diesen Bereich jedoch besonders hoch, da aus Angst vor zu großen Betriebsstörungen selten echte Lights-Off-Tests gefahren werden, nur um Personal zu schulen oder Abläufe zu optimieren. Dies lässt sich mit einem digitalen Pendant aber problemlos realisieren.

 
Netzpalaver #3: Was sind die gravierendsten Vorteile eines digitalen Zwillings?
Oliver Lindner: Ein vollständiges Modell der Realität kann für alle Arten von Analysen, Versuchen und Optimierungen genutzt werden. Anders als bei traditionellen Wenn-Dann-Analysen „auf Papier“ (oder in Kalkulationstabellen), gibt es in der virtuellen Welt auch die Möglichkeit, dass verschiedenste Teams gleichzeitig mit dem Modell arbeiten und so eine echte Interaktion möglich ist und Abhängigkeiten sofort auffallen.

 
Netzpalaver #4: Mit welchen Problemen haben wir derzeit noch bei der Technologie eines digitalen Zwillings zu kämpfen?
Oliver Lindner: Ich sehe derzeit noch Akzeptanzprobleme bei potenziellen Nutzern, da die Technologie noch stark in die Ecke der „Computerspiele“ gerückt wird oder Zweifel an der Machbarkeit bestehen.

 
Netzpalaver #5: Welche Auswirkungen hat der digitale Zwilling auf ihr Business?
Oliver Lindner: Kurzfristig wohl keine — Aber als innovatives Softwareunternehmen sind wir natürlich daran interessiert, nicht nur am Puls der Zeit zu bleiben, sondern auch gerne einen Schritt voraus zu sein. Für uns ergibt sich durch Produkte in diesem Bereich eine perfekte Abrundung unseres Produktportfolios sowie die Möglichkeit der Erschließung neuer Nutzergruppen und Anwendungsbereiche.

 
Netzpalaver #6: Worin sehen Sie die USPs bzw. was sind ihre USPs eines digitalen Zwillings?
Oliver Lindner: In Anbetracht der Entwicklung im RZ-Umfeld, dass immer mehr Leistungen durch immer weniger Personal erbracht werden müssen und auch der Schulungsstand des Personals sich nicht erheblich verbessert hat, ist es für Betreiber unabdingbar alle Möglichkeiten der Betriebsoptimierung und Personalunterstützung einzusetzen. Hier bieten sich nun neue Methoden für Schulung und Prozessanalyse an.

 
Netzpalaver #7: Wo sehen Sie derzeit und künftig die Grenzen eines digitalen Zwillings?
Oliver Lindner: Momentan ist sicher noch die „Hardware“ das begrenzende Element, da für verschiedene Simulationen noch sehr große Rechenleistungen erforderlich sind. Es ist jedoch abzusehen, dass dies nicht lange ein Hindernis ist, was am rasanten Fortschritt von 3D-Grafik im Bereich Computerspiele ja anschaulich demonstriert wurde. Langfristig ist wohl ein annähern der digitalen Realität mit der weltlichen möglich, wobei ich nicht von einer 100-prozentigen Deckung ausgehe. Der digitale Zwilling beruht auf Modellen, die Menschen geschaffen haben und verfügt deshalb in der Regel über eine bestimmte Prädisposition.

 
FNT-Highlights zum digitalen Zwilling
Die Herausforderungen in sich wandelnden IT-Infrastrukturen sind riesig: Wer IT-Services zuverlässig ausrollen will, muss wissen, wo welche Kapazitäten und Technologien installiert sind – hinunter bis auf den einzelnen Port. Je nach Aufgabenstellung werden verschiedene Sichten auf die Infrastruktur benötigt – von der Virtualisierungsebene bis zur physikalischen Komponente, vom Ist-Zustand bis zur geplanten Ausbaustufe.

„FNT Command“ liefert die benötigte Transparenz in Form des digitalen Zwillings mit einer ganzheitlichen Sicht auf alle Ressourcen im Rechenzentrum. Von der Dokumentation der Gebäudeinfrastruktur (Strom, Kühlung, Fläche etc.) über Verwaltung der gesamten IT-Infrastruktur (Netzwerk, Server, Storage etc.) bis hin zur Abbildung der Applikations- und Service-Ebene. Von der Erfassung über das Monitoring durch Live-Stromverbrauchs- und Temperaturwerte bis hin zur Planung und dem Betrieb des gesamten Rechenzentrums stellt die Standardsoftware praxiserprobte Lösungen zur Verfügung. Die Analyse und Prognose zukünftiger Verbrauchswerte auf Basis des FNT-Datenmodells ermöglichen die Realisierung eines energieeffizienten Rechenzentrums.

Quelle: http://netzpalaver.de/2017/06/09/palaver-zum-digitalen-zwilling-mit-fnt/ 

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